Grimms-Krams. Märchenprojekt der Otto-Ubbelohde-Schule

Grimms-Krams.

Ein Märchenprojekt der Otto-Ubbelohde-Schule in der Oberstadt von Marburg

Von Udo Damtsheuser, Schulleiter der sechsjährigen Grundschule Otto-Ubbelohde-Schule Marburg
Ein Beitrag zum Projektmagazin: Grimms Krams. Theater in der Oberstadt.
Flyer 2015-07 M-Projekt

Plakat zu Grimms Krams – Theater in der Oberstadt

Es war einmal in der Oberstadt am 8. Juli 2015… wer sich am späten Nachmittag aufmachte, um noch etwas in der Stadt zu besorgen, konnte wahrhaft Märchenhaftes erleben:

240 Schülerinnen und Schüler der Otto-Ubbelohde-Schule zeigten insgesamt 12 Märchen an 12 passenden Orten rund um den Marktplatz. Das Besondere: Jede Gruppe hatte Kinder vom 1. bis zum 6. Schuljahr und damit auch eine ganz eigene Lesart ihres Märchens:

Da wurde man schon am Pilgrimstein von einem verzweifelten Prinzen empfangen, dessen Rapunzel partout nicht zu ihm herunter wollte, nicht einmal per Aufzug! Am Ausgang zur Oberstadt warteten schon die Akteure des „Tischlein-Deck-Dich“ mit ihrer Tisch-Performance, bei der ein langes Betttuch einfach umgedreht wurde – und der Tisch war gedeckt! Die 7 Zwerge mussten erkennen, dass ihr Schneewittchen gar nicht so fleißig war wie erwartet: Die Zuschauer, die von ihnen eingeladen worden waren, wurden statt Festmahl mit einer Massage versöhnt. Am Marktbrunnen gaben sich Frösche und Prinzessinnen ein rockiges Stelldichein und vor dem Rathaus beschworen 12 weise Frauen mit Bannern, auf denen alle Tugenden dieser Erde zu lesen waren, das neu geborene Dornröschen. Auf der Treppe vor der Buchhandlung am Markt konnte man sich beim Prinzen-Casting um die Gunst der schönen Prinzessin bewerben. Am Marktbrunnen erschien der Froschkönig. Prinzessinnen im eleganten Tanz und peppige Frösche mit einem Rap umtanzten den Marktbrunnen zum Hochzeitsfest des Prinzenpaares. Der Bettelmann mit seiner goldenen Gans schließlich zog Passanten mit, entlang der Nicolaistraße hoch zum Lutherischen Pfarrhof, wo die gelangweilte Prinzessin schon auf den zündenden Witz wartete: Was alle Bewerber zuvor nicht schafften, der kunterbunte Gänsezug brachte sie schließlich zum Lachen. Auf dem Weg konnte man noch Bekanntschaft mit dem „Tapferen Schneiderlein“ machen, das nicht nur 7 Fliegen, sondern auch 7 punkige Riesen erlegte und zum Dank 7 feine Pinkel am Hofstaat erhielt. Wer nach so viel Märchenzauber hungrig geworden war, kam beim „Süßen Brei“ auf seine Kosten: Hier wurde Hirsebrei von 5-Sterne-Köchen gereicht und ein Brei-Berg gezimmert, den jeder Besucher hämmernd vervollständigen konnte. Auf dem Pfarrhof schließlich durfte man sich in einem Parcours als Pech- oder Goldmarie erweisen und wurde unter dem Tor entsprechend mit Pech oder Gold überschüttet. Die Rumpelstilzchen in Richtung Märchen-Spielplatz zeigten ein gutes Gespür für Rhythmus und Sprechgesang und auch für die Kunst, aus Putzmaterialien Verkleidungen herzustellen, etwa Bärte aus zotteligen Wischlappen. Ebenso fantasievoll ging es dann an der Wendeltreppe abwärts zu, wo man sich an Spinnen, Fledermäusen, Geistern und mehr nach Strich und Faden gruseln konnte. Nur der Held des Märchens jammerte beständig: “Ach, wenn`s mich nur gruselte…“.

Gruselig für den einen oder anderen Besucher war unter Umständen die Tatsache, dass an fast allen Stationen zum Mitmachen aufgefordert wurde. Die großen und kleinen Akteure zeigten dabei ein erstaunliches Selbstbewusstsein und jene charmante Hartnäckigkeit, die schließlich auch den letzten Unwilligen überzeugte.

Und auch märchenhafte Preise winkten bei der Abschlussveranstaltung auf dem Schulhof der Otto-Ubbelohde-Schule: Wer alle 12 Märchen erraten und auf dem Flyer richtig eingetragen hatte, erhielt ein Geschenk. Unter der Elternschaft waren so viele Preise gesammelt worden, dass die Verleihung eine ganze Stunde dauerte. Dabei durfte die Würdigung des Kollegiums und der vielen Eltern-Helfer natürlich nicht fehlen, die eine ganze Projektwoche lang unter Begleitung des Hessischen Landestheaters gewerkelt hatten. In einem waren sich alle zum Schluss einig: Ende gut, alles gut und: wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!

 

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Über Helmuth Braun

Helmuth Braun posts about culture, structure and strategy in financial services. Helmuth Braun schreibt über Kultur, Struktur und Strategie in Banken und Sparkassen.
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